CD-Katalog (Detail)
"
Karma" (DCD, 9 / 2016)








CALYPSO & FRED STEIGER: "Karma" (DCD, produziert von Bert French)

Das achte Doppel-Album aus der Danyelle-Reihe, die ursprünglich als Trilogie konzipiert war und im September 2016 erschienen ist, trägt den Titel "Karma". Es ist eine Anspielung auf die positiven Einflüsse des Schauplatzes Minden, wo einst die Begegnungen des Sängers Fred Steiger mit der besungenen Titelfigur Danyelle stattfanden. Vielleicht ist dieses Karma auch mitverantwortlich dafür, daß die Inspiration, die von Danyelle ausging, noch immer so stark ist wie bei der Veröffentlichung des ersten Doppelalbums "Dany's Diary" im November 2012. Damals war keinesfalls daran gedacht, die inspirierenden Momente auf 8 Doppel-CD's festzuhalten.

Dennoch legt Calypso featuring Fred Steiger, eine Elektro-Combo, die vom Arrangeur und Produzenten Bert "808" French ursprünglich als Vokal-Combo-Projekt aus der Latin-Combo Curumba herausgelöst worden war, mit "Karma" ein weiteres Album vor, das stilistisch an die vorigen Alben nahtlos anschließt.

In "Karma" finden sich nun auch wieder 2 instrumentale Songs, während in einigen vorigen Alben ausschließlich vokale Tracks zu hören waren.

Das vierminütige Intro "The Streets of Minden" verbreitet eine geheimnisvolle urban-jazzige Stimmung und ist im ungeraden 7/8-Takt gehalten. Fred Steigers Gesang kommt auf "Karma" erstmalig im zweiten Track der CD mit dem Disco-Titel "Danyelle you make me happy" zum Einsatz, welcher stilistisch auf die Elemente der 80er-Jahre zurückgreift. Funkiger und souliger – und somit klanglich zeitgemäßer – erklingt dann "Ich sitz im Triebzug", das im entspannten Funkbeat mit 91 BPM recht langsam wirkt und über durchaus pikante Textpassagen verfügt. Im Refrain erklingt eine Phrase des Prophet 5 – Horns, welches von Bert French sehr häufig eingesetzt wird.

Mit "Du bist mein Mädchen" folgt darauf ein Bossa Nova-orientiertes Combo-Arrangement mit einer Spielzeit von 9 Minuten 30, in dem Fred Steiger, wie im Song zuvor, seinen Gesang in deutscher Sprache vorträgt. Auch hier setzt Bert French im Refrain eines seiner obligatorischen Instrumente ein – ein Clavinet Hohner D6, dessen Figuren von einem stakkativ gespielten Klavier beantwortet werden. Im folgenden Song "A lonely night in Minden" ist Steiger dann auf Englisch zu hören, diesmal in einem melancholisch-mediterranen Arrangement, was dem Sujet Trennung und Schmerz musikalisch adäquat Rechnung trägt. Die Soli werden hier von akustischer Gitarre und Flügelhorn bestritten, im Refrain erklingt – wie so oft – eine stakkative Piano-Figur.

Leichter, duftiger und exotischer wirkt der Titel "Es war so schön mit dir", in welchem Fred Steigers Gesang wieder auf Deutsch und abermals mit pikanten Texten zu hören ist. Im Refrain dominieren hier Glocken, Streicher und Vibraphon. Im folgenden Song, der den Titel "Ein Nachmittag bei dir" trägt, singt Steiger den gleichen Text wie im vorigen Lied, doch die Musik ist völlig anders geraten, natürlich auch die von Steiger vorgetragene Gesangslinie. Calypsos Texter Roy Strauss ist nämlich mitten in den Arbeiten für das Album erkrankt, und so wurde der Text kurzerhand für ein weiteres Lied verwendet. Verglichen mit dem vorigen Song, der den identischen Text nutzt, ist "Ein Nachmittag bei dir" stärker mit funkigen Elementen versetzt, verbleibt stilistisch jedoch eindeutig auf Bossa Nova-Terrain, während "No need to fear" eher in die Kategorie ruhig-meditatives Klanggemälde einzureihen ist, in welchem Steiger lediglich die Worte "no need to fear" singt.

Es folgt der Song "I will come with you", ein mediterran-melancholisches Combo-Arrangement mit einem stimmungsvollen Gitarrensolo. "Ein Tag im Herbst" verpflichtet sich klanglich wieder stärker dem 80er-Jahre-Funk, in dieses Genre gehört auch "Du wolltest mich nie wiedersehn", welches die erste CD abschließt.

Wie auch bereits in den vorigen CD's, sind auf der zweiten CD Remixes von Titeln aus der ersten CD oder von herausragenden Songs vorangegangener CD's zu hören. Diese Tradition wird auch in "Karma" konsequent fortgeführt.

CD 2 beginnt mit einem jazzigen Combo-Instrumental, das den Titel "Breakfast with Danyelle" trägt und stilistisch an die französische Filmmusik der 60er-Jahre erinnert. Vom ehemals stark schlagerlastigen Song "Erika" (aus der dritten CD "Business Transformation") wurde für "Karma" nun eine Orchesterversion aufgenommen, die stilistisch der Tanzform des Boleros sehr nahekommt.

Es folgen eine Dance-Version von "Ein Tag im Herbst" und 3 Remixes von "You never really loved me", einem Song, den wir aus der vorangegangenen Danyelle-CD "A Train to Minden" her kennen: eine Acoustic Reprise, ein Deep House Mix sowie ein LL Cool Mix lassen diesen Song nun gänzlich anders erklingen.

Bert French's charakteristischer Sound wird im 808 Remix von "Ein Nachmittag bei dir" am beispielhaftesten erlebbar, und in seinem Sound gleicht er hier wie ein Ei dem anderen. Vom gleichen Song gibt es dann noch einen Dancemix und mit zwei Remixen von "Wo bist du Dany" (original im Album "Business Transformation" erschienen) schließt die zweite CD mit bekannten Loops (Marvin Gaye "Sexual Healing" im Mix 1 und Madonna "Justify my Love" im Mix 2) ab.